Deutscher Autorenverbund

Ratgeber, Verlage & Agenturen

Aktionsbündnis Fairlag

Autoren zahlen nicht für Veröffentlichungen, sondern werden bezahlt. Diesbezüglich hat es sich Fairlag zur Aufgabe gemacht, Autoren über die Praktiken sogenannter Druckkostenzuschussverlage aufzuklären.

Denn leider ist es keine Seltenheit, dass Neuautoren davon ausgehen, für die Veröffentlichung ihrer Werke bezahlen zu müssen. Das es bei diesem „Aktionsbündnis für faire Verlage" darum geht, sich für eine faire Behandlung von Autoren durch Verlage einzusetzen, erkennt man bereits auf der ersten Seite.

Als Kernstück ist uns eine ausgearbeitete Fairlag-Erklärung „Gefahren einer Veröffentlichung in sog. Druckkostenzuschussverlagen / Selbstzahlerverlagen und Pseudoverlagen", bekannt. Diese wurde und wird auch weiterhin, von einer Vielzahl von weiteren Literatureinrichtungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum unterzeichnet. Wir vom deutschen Autorenverbund und dem Autoren-Ratgeber haben diesem Aktionsbündnis ebenfalls unsere Sympathie zukommen lassen.

Diese Verlage kehren das Verlagsprinzip um und wälzen das unternehmerische Verlagsrisiko einseitig auf die Autoren ab. Autoren werden zur Zahlung von bis zu fünfstelligen Eurobeträgen aufgefordert und erhalten mit einem zugesendeten Verlagsvertrag, welcher ebenfalls von einem Rechtsbeistand überprüft werden sollte, einen Kreditvertrag zur Unterschrift vorgelegt. Diesen Verlagen ist weiterhin der Ruf anheim, nett ausgedrückt, unzureichende Lektoratsarbeit zu leisten.

Für den Buchhandel sind diese Veröffentlichungen ebenso uninteressant und werden im Handelsregal nicht ausgelegt. Seriöse Zeitungen haben i.d.R. kein Interesse an der Rezension solcher Veröffentlichungen. Und wer in diesen Verlagen ausschließlich publiziert, ist für eine Mitgliedschaft in vielen Autorenverbänden, etwa dem „Verband deutscher Schriftsteller (VS) in ver.di", der Gewerkschaft der Literaten, ausgeschlossen. Über diese Tatsachen klären die betreffenden Verlage jedoch nicht auf. Hinzu kommt, dass sich die Verlagsverträge vielfach durch katastrophale Klauseln auszeichnen.

In Autorenforen liest man, nicht umsonst, häufig diesen Satz: „Das Geld fließt vom Verlag zum Autor, nicht umgekehrt". Der Autor hat mit seinem Werk die Arbeit bereits erbracht, also sollte er dafür auch bezahlt werden. Im normalen Berufsleben ist das ganz normal. Keiner würde im Alltag dafür bezahlen, arbeiten gehen zu dürfen, sondern er setzt voraus, dass er vom Arbeitgeber für seine Leistung bezahlt wird.

Zuschussverlage nutzen dieses Unwissen aus. Sie werben im Internet und in Zeitungen mit Sätzen wie: „Wir suchen ihr Manuskript", „Autoren gesucht" oder „Wir verlegen ihr Buch". Ein richtiger Verlag sucht niemals Autoren, denn die bekommen mehr Manuskripte zugesandt, als sie lesen können. Derartige Aufrufe sollten also jeden Autor stutzig machen.

Stößt ein Autor bei seiner Verlagssuche auf einen solchen Verlag, wird er ziemlich schnell eine Zusage bekommen. In dieser Zusage wird der Zuschussverlag das Manuskript des Autors in höchsten Tönen loben und auf die vielversprechenden Marktchancen hinweisen. Bei solchen Einnahmen ist es nicht verwunderlich, dass diese Verlage wirklich jedes Werk drucken möchten, dass ihnen vorgelegt wird.