Deutscher Autorenverbund

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Schreibwerkstätten

Ich möchte einen Roman schreiben! Aber wie geht das? Was muss ich machen?
Online gucken ist nett, aber hilft manchmal nicht weiter. Was mir fehlt sind Leute, mit denen ich über meine Fragen sprechen kann. Auch möchte ich meine Geschichten jemanden zeigen und das Vorlesen üben. Was kann ich da nur tun?

So in etwa könnte der erste Schritt, auf der Suche nach einer Schreibwerkstatt, aussehen.
Was ist eine Schreibwerkstatt? Oder besser was sollte eine Schreibwerksatt sein?


Fangen wir von vorne an:

Eine Schreibwerkstatt ist in der Regel ein Zusammenschluss von angehenden Autoren, Lyrikern, oder anderweitig sich des Schreibens verschriebener Künstler, mit dem Zweck einander zu helfen.

Grob könnte man von fünf Arten von Schreibwerkstätten sprechen.

  1. Ein namhafter Autor leitet, oder gründet eine Schreibwerkstatt um den Nachwuchs zu fördern oder um die Kunst des Schreibens zu fördern. Meist sind diese Gruppen recht Zielgerichtet und gut Organisiert und man kann viel lernen.Der Nachteil ist, sollte der Autor irgendwann, aus welchen Gründen auch immer, die Schreibwerkstatt verlassen, zerfällt die Gruppe recht schnell, da die Leitperson fehlt
  2. Ein VHS-Kurs. Auch eine Schreibwerkstatt, die zeitlich begrenzt wirklich sehr zu empfehlen ist, leider aber selten längerfristig von Bestand ist. Hier kann man das Werkzeug zum Schreiben sehr gut lernen und bekommt viel Material an die Hand, um dieses Später weiter zu verwenden. Der Nachteil sind die Kosten, je nach Kursangebot, und die zeitliche Begrenzung.
  3. Interessierte Schreiber schließen sich „wild“ zusammen, um zu lernen. Eine gute Lokation vorausgesetzt, sammeln sich in diesen semiprofessionellen Gruppen meist viele interessante Leute, von denen man lernen kann. Wer so etwas sucht, findet diese Art der Schreibwerkstatt meist in Kulturzentren der Stadt. Sie kosten wenig (die Raummiete für den Abend durch die Anzahl der Leute, da kein Gewinn erzielt werden soll) und bringen viel. Seminare und Schreibübungen werden über einen langen Zeitraum angeboten und zerfallen seltener, da es keine übergroße Leitperson gibt.
  4. Siehe oben nur kleiner, ein begrenzter Zirkel in privaten Räumlichkeiten von einem der Mitglieder. Auch förderlich, doch fehlt hier meist das rechte Umfeld um zu lernen. Eine andere Lokation ist sicherlich dem Lernfluss förderlicher und bietet mehr Möglichkeiten einen Seminarcharakter zu bieten. Aber für den Anfang eine Möglichkeit, und auch sehr oft kostenlos.
  5. Eine Online Schreibwerkstatt. Hier muss man vorsichtig sein! Texte Online zu stellen, verbrennt das Manuskript und macht es unbrauchbar für Verlage, wenn man es dann doch veröffentlichen möchte. Solche Zusammenschlüsse als Schreibwerkstatt mögen manchen Leuten etwas helfen, und ab und an entsteht auch hier ein gutes Buch, aber man sollte genau schauen, was man geboten bekommt und wie seriös der Betreiber ist. Online fehlen auch die zwischenmenschlichen Werte, die man bei einer „echten“ Schreibwerkstatt hat.


Was macht nun aber so eine Schreibwerkstatt aus?
In der Regel besteht so ein Schreibzirkel aus 6 – 15 Personen. In kleiner Gruppe werden Texte besprochen, kritisiert, Grammatik verbessert und gefördert. Auch bietet sich hier ein sicherer Hafen, um eigene Texte vorzustellen, Ideen auszuarbeiten und das Vortragen der Selbigen zu üben.

Es gibt meist ein unausgesprochenes Gesetz in diesen Interessengemeinschaften:

  • Keiner klaut eines Anderen Idee!
  • Kritik muss konstruktiv sein und nicht vernichtend!
  • Keiner wird ausgelacht oder belächelt für seine Ideen, Texte oder Fantasy!


So hat man die Freiheit und auch die Sicherheit, sich zu entfalten und das gelernte umzusetzen.
Seminare helfen, sofern sie auch dort angeboten werden, zum Beispiel den Schreibstil zu verbessern.
Kleine Schreibspiele fördern die Kreativität und helfen gut aus Schreibblockaden heraus. Auch so etwas wird gerne dort angeboten. Hier muss man einfach auf das Angebot und den Zweck der Schreibwerkstatt achten um die richtige für sich selber zu finden.

Zu guter Letzt veröffentlichen viele Schreibwerkstätten Anthologien, wo jedes Mitglied einen Beitrag einstellen kann. Diese finden sich oft in Buchläden wieder, und erzielen den ersten Achtungserfolg, auf dem Weg ein Autor zu werden.


Aufpassen sollte man immer:

  • Wenn hohe Preise verlangt werden, ohne entsprechenden Nutzen, besser Abstand von dieser Gruppe nehmen.
  • Wenn es bereits zu viele Mitglieder gibt, sollte man lieber eine kleinere Gruppe suchen, da ab einer Gruppengröße von mehr als 15 Personen kaum noch ein individueller Austausch möglich ist.


Wo und wie kann man eine Schreibwerkstatt finden?

In der lokalen Presse im Kulturteil sind häufig Annoncen zu finden. Auch Aushänge an den lokalen Kulturzentren oder Künstlerkaffees sind gute Orte zum suchen.

Bereits namhafte Autoren, die eine Schreibwerkstatt anbieten, bewerben diese meist auf ihrer eigenen Homepage.

Bei der VHS das aktuelle Kurshelft anfordern, oder in den Buchhandlungen nachfragen.